Schiffsmodell: so wird der Rumpf gerade und symmetrisch
Schiffsmodell: so wird der Rumpf gerade und symmetrisch

Der Rumpf eines Schiffsmodells bleibt gerade, wenn jedes quer stehende Spant rechtwinklig zum Kiel steht, also zu dem langen Teil, das in der Mitte des Schiffs von vorn nach hinten verläuft, und wenn es ganz in seinem Schlitz sitzt. Prüfe das gleich nach dem Einsetzen der Spanten, noch bevor du die Seitenwand anbringst: Leg das Gerippe auf einen ebenen Tisch und schau von vorn nach hinten am Kiel entlang. Ein Spant, das herausragt, tiefer sitzt oder sich neigt, korrigierst du jetzt leicht, später verdeckt es die Seitenwand.

Biege die dünnen gebogenen Seitenteile nicht mit Gewalt, und drück beim Einschieben auf die festere Stelle an der Verbindung. Wenn die Anleitung es erlaubt, setze sie abwechselnd links und rechts ein, denn Teile, die nur auf einer Seite dazukommen, können den Kiel verbiegen. Hohe Teile wie Masten oder einen Schornstein prüfst du von vorn und von der Seite nach dem Bild in der Anleitung, und vor den letzten kleinen Teilen an Deck kontrollierst du den ganzen Rumpf noch einmal.

Warum sich der Rumpf verzieht und wie du es erkennst

Der Kiel ist das Rückgrat des Rumpfes, und die Spanten sind Querteile, die im rechten Winkel auf ihm stehen und dem Rumpf seine Form geben. Wenn sich ein Spant neigt oder nicht ganz eingeschoben ist, passen sich die nächsten Teile, die du darauf setzt, seinem Fehler an. Auch der Kiel selbst kann krumm sein. Die Ursache findest du mit vier Blicken:

  • Am Kiel entlang. Leg das Gerippe auf einen ebenen Tisch, beug dich zu seinem vorderen Ende und schau am Kiel entlang nach hinten. Die Oberkanten der Spanten sollen auf der Höhe liegen, die das Bild in der Anleitung zeigt, und in einer Linie. Ein Spant, das aus der Linie herausragt oder tiefer sitzt, ist nicht ganz eingeschoben oder sitzt schief im Schlitz.
  • Von oben. Schau senkrecht von oben auf das Gerippe. Jedes Spant soll mit dem Kiel einen rechten Winkel bilden. Das prüfst du mit der rechtwinkligen Ecke einer Karte oder des Rahmens der Platte, aus der du die Teile herausgedrückt hast. Siehst du zwischen der Ecke und dem Spant einen Keil, neigt sich das Spant nach vorn oder nach hinten.
  • Von vorn und von hinten. Schau dir das Gerippe von vorn und dann von hinten an und vergleiche die linke und die rechte Seite. Sie sollen wie ein Spiegelbild aussehen. Ist eine Seite breiter oder höher, ist ein Spant verschoben oder falsch herum eingesetzt.
  • Der Kiel selbst. Leg den Kiel noch vor dem Bauen flach auf den Tisch. Hebt er sich in der Mitte oder an einem Ende, ist er verbogen, und der Rumpf würde schief, auch wenn du alle Spanten richtig einsetzt.

Wie du ein gerades, symmetrisches Rumpfgerippe baust

Die Reihenfolge der Teile gibt die Anleitung deines Bausatzes vor, halte dich Schritt für Schritt daran. Manche Teile sichern andere, wenn du also einen Schritt überspringst, bekommst du dessen Teil später vielleicht nicht mehr ohne Kraft an seinen Platz. Beim Rumpfgerippe hilft dir dieses Vorgehen:

  1. Ebene Unterlage. Bau auf einem ebenen, stabilen Tisch. Auf einer weichen oder unebenen Unterlage drückst du ungleichmäßig auf die Teile, und der Kiel kann sich verbiegen.
  2. Spant in den Schlitz. Finde anhand der Markierung in der Anleitung den Schlitz, in den das Spant gehört, und prüfe auf dem Bild, mit welcher Seite es nach vorn zeigt. Schieb das Spant gerade ein, nicht schräg, und drück direkt über dem Schlitz darauf.
  3. Kontrolle gleich nach dem Einsetzen. Prüfe nach jedem Spant den rechten Winkel und die Höhe zum Kiel. Ein schief sitzendes Spant korrigierst du sofort, denn die nächsten Teile kommen darauf und würden seinen Fehler übernehmen.
  4. Wenn ein Teil nicht passt. Drück nicht mit Kraft, ein dünnes Spant kann brechen. Prüfe zuerst den Schritt in der Anleitung, die Richtung des Teils und ob darunter ein Teil aus dem vorigen Schritt schief sitzt. Erst wenn alles stimmt, fahr mit feinem Schleifpapier über die Kante, nur so viel, dass kleine Überstände verschwinden, und versuche es noch einmal.
  5. Wenn der Bausatz Kleber verwendet. Probiere die Teile zuerst trocken, ohne Kleber. Prüfe, ob die Spanten rechtwinklig stehen, bevor der Kleber trocknet.

Ist der Kiel schon vor dem Bauen verbogen, mach mit ihm nicht weiter. Von diesem Teil hängt ab, ob der ganze Rumpf gerade wird, deshalb lohnt es sich, beim Hersteller ein Ersatzteil anzufragen. Die Kontaktdaten stehen meist in der Anleitung.

Wie du mit dünnen gebogenen Seitenteilen umgehst

Die Seitenwand des Schiffs besteht bei Holzbausätzen aus dünnen, langen Teilen, die sich beim Einsetzen um die Spanten biegen. Solche Teile gehören zu den empfindlichsten, und wenn du mit Kraft auf das Holz drückst, bricht es eher, als dass es sich biegt.

  1. Trocken anlegen. Leg das Seitenteil zuerst nur an das Gerippe und schau, wo es von selbst an den Spanten anliegt und wo es von ihnen absteht. Biegen musst du es nur dort, wo es absteht.
  2. Nach und nach biegen. Biege das Teil nur ein wenig, leg es an, und wenn es noch absteht, biege es ein Stück weiter. Ein scharfer Knick an einer Stelle statt eines gleichmäßigen Bogens zeigt sich an der Seitenwand als Kante.
  3. Biegeschlitze. Manche dünnen Teile haben eingeschnittene Schlitze, mit denen sie sich leicht biegen lassen. Biege sie genau in diesem Bereich und stütze sie beim Hantieren von beiden Seiten.
  4. An der Verbindung drücken. Wenn du das Teil einschiebst, drück auf den Zapfen oder die dickere Stelle an der Verbindung, nicht auf den dünnsten Teil. Mit der anderen Hand stützt du das Gerippe, damit es unter dem Druck nicht nachgibt.
  5. Seiten abwechseln. Wenn die Anleitung es erlaubt, setze ein Teil auf einer Seite ein und gleich danach sein Gegenstück auf der anderen. So wird der Kiel nicht zu einer Seite gezogen, und du siehst sofort, ob beide Seiten spiegelgleich sind.
  6. Anliegen prüfen. Die fertige Seitenwand soll an jedem Spant anliegen. Steht sie irgendwo von einem Spant ab oder bildet dort eine kleine Beule, prüfe, ob dieses Spant ganz eingeschoben ist und gerade steht.

Wenn ein dünnes Teil trotzdem bricht, halte inne und schau, ob der Bruch sauber ist und sich reparieren lässt. Wie du es reparierst und ein Ersatzteil anfragst, liest du im Artikel Gesprungenes Holzteil: so reparierst du es und baust weiter.

Tipp: Arbeite bei gutem Licht an einem sauberen, ebenen Tisch. Bei schwachem Licht verwechselst du leicht ähnliche Teile oder übersiehst, dass ein Spant schief sitzt.

Wie du Masten und Schornstein gerade aufstellst

Ein Mast ist eine hohe Stange, an der das Segel hängt, und ein Schornstein ist ein hohes Teil an Deck eines Dampfschiffs. Je höher so ein Teil ist, desto stärker verschiebt schon eine kleine Neigung am Fuß seine Spitze. Prüfe es deshalb vor dem Fertigstellen aus zwei Richtungen:

  1. Zuerst trocken. Steck das hohe Teil zuerst nur in die Öffnung oder den Schlitz, kleb nichts und drück es nicht mit Gewalt nach. Solange es nicht fest sitzt, kannst du es noch ausrichten.
  2. Von vorn oder von hinten. Geh auf Deckhöhe und schau das Schiff von vorn oder von hinten an. Mast oder Schornstein sollen senkrecht und in der Mitte des Schiffs stehen, in einer Linie mit dem Kiel. Neigt sich das Teil zur Seite, ist der Fuß vielleicht nicht ganz eingeschoben, oder darunter sitzt ein anderes Teil schief.
  3. Von der Seite. Schau jetzt von der Seite und vergleiche die Neigung mit dem seitlichen Bild in der Anleitung. Masten können absichtlich leicht nach hinten geneigt sein, deshalb entscheidet das Bild, nicht eine ganz senkrechte Stange.
  4. Mehrere Masten oder Schornsteine. Prüfe von vorn, ob sie in einer Linie hintereinander stehen, und von der Seite, ob jeder die Neigung laut Bild hat. Sie müssen nicht alle gleich geneigt sein.
  5. Wenn ein Teil schief steht. Richte es nicht durch Biegen gerade. Nimm es heraus und prüfe, ob es richtig herum sitzt, ob in der Öffnung ein Span oder Überstand geblieben ist und ob das Teil darunter gerade sitzt. Erst dann nimm Schleifpapier, und nur sanft.

Was du vor den letzten kleinen Teilen an Deck prüfst

Kleine Teile an Deck, zum Beispiel Reling, Kanonen oder Beiboote, sind klein und empfindlich und brechen leicht, wenn du bei der weiteren Arbeit am Modell über sie hinweggreifst. Halte deshalb vor ihnen inne und mach eine letzte Kontrolle. Wann sie dran sind, bestimmt die Anleitung, also kontrollierst du im Schritt davor:

  • Rumpf von vorn und von hinten. Schau am Schiff entlang. Linke und rechte Seite sollen spiegelgleich sein und der Kiel gerade. Wenn nicht, such ein Spant oder Seitenteil, das nicht ganz sitzt.
  • Verbindungen. Geh mit den Augen alle Verbindungen durch. Ein Teil, bei dem im Schlitz eine Lücke zu sehen ist, ist nicht ganz eingeschoben oder sitzt schief und kann die Teile verschieben, die daran anschließen.
  • Hohe Teile. Prüfe Masten oder Schornstein noch einmal von vorn und von der Seite nach dem Bild in der Anleitung.
  • Bewegliche Teile. Hat das Modell einen Mechanismus, zum Beispiel die Schaufelräder eines Dampfschiffs, dreh ihn durch, bevor du ihn mit weiteren Teilen verdeckst. Wenn er hakt, findest du die Reibstelle jetzt leichter, solange die Teile erreichbar sind. Wie das geht, beschreibt der Artikel Mechanismus klemmt: Reibung finden und beseitigen.

Schiffsmodelle zum Bauen ohne Kleber

Wenn du dir gerade erst ein Schiffsmodell aussuchst: Bei diesen Bausätzen nennt die Beschreibung den Zusammenbau ohne Kleber. Bei den Kreuzfahrtschiffen Rolife TG306 und Little Story E026 erwähnt die Beschreibung auch Schornsteine.

3D-Puzzle aus Holz - Segelbootmodell Rolife TG305

3D-Puzzle aus Holz - Segelbootmodell Rolife TG305

  • Anzahl der Teile: 118
  • Bauzeit: 1 Std.
  • Schwierigkeit: 2

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3D-Puzzle aus Holz - Kreuzfahrtschiff Rolife TG306

3D-Puzzle aus Holz - Kreuzfahrtschiff Rolife TG306

  • Anzahl der Teile: 145
  • Bauzeit: 1 Std.
  • Schwierigkeit: 1

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3D-Puzzle aus Holz - Japanisches Diplomatenschiff Rolife TG307

3D-Puzzle aus Holz - Japanisches Diplomatenschiff Rolife TG307

  • Anzahl der Teile: 118
  • Bauzeit: 1 Std.
  • Schwierigkeit: 3

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3D-Puzzle aus Holz - Kreuzfahrtschiff Little Story E026

3D-Puzzle aus Holz - Kreuzfahrtschiff Little Story E026

  • Anzahl der Teile: 366
  • Bauzeit: 3 Std.
  • Schwierigkeit: 4

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Häufige Fragen

Darf ich ein Teil, das nicht in den Schlitz geht, mit Kraft hineindrücken?

Nein, ein dünnes Teil kann brechen. Prüfe zuerst den Schritt in der Anleitung, die Richtung des Teils und ob darunter ein Teil aus dem vorigen Schritt schief sitzt, und schleife erst dann kleine Überstände an der Kante vorsichtig ab.

Was mache ich mit einem Kiel, der schon vor dem Bauen verbogen ist?

Mach mit ihm nicht weiter, denn vom Kiel hängt ab, ob der ganze Rumpf gerade wird. Frag beim Hersteller ein Ersatzteil an, die Kontaktdaten stehen meist in der Anleitung.

Woran erkenne ich, dass ein Mast gerade steht?

Von vorn oder von hinten soll er senkrecht und in einer Linie mit dem Kiel stehen. Von der Seite vergleichst du seine Neigung mit dem seitlichen Bild in der Anleitung, denn Masten können absichtlich leicht nach hinten geneigt sein.

Wann setze ich die kleinen Teile an Deck ein?

In dem Schritt, den die Anleitung vorgibt. Davor prüfst du die Symmetrie des Rumpfes, die Verbindungen, die hohen Teile und die beweglichen Teile, denn kleine Teile sind empfindlich und brechen bei der weiteren Arbeit leicht.

Brauche ich für ein Schiffsmodell Kleber?

Das hängt vom Bausatz ab, schau in die Anleitung. Wenn du klebst, probiere die Teile zuerst trocken und prüfe, ob die Spanten rechtwinklig stehen, bevor der Kleber trocknet.